Forderung nach einem veganen Gericht in der Mensa
Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für eine vegane, daher tierproduktsfreie Ernährung. Auch in der deutschen Hochschullandschaft findet der Veganismus immer mehr AnhängerInnen. So entscheiden sich StudentInnen aller Fakultäten aus ethischen Gründen nicht nur dazu, auf Fleisch und Fisch zu verzichten, sondern ebenso auf Eier, Milch und Honig.
Darunter gibt es immer mehr Menschen, die aus gesundheitlichem Interesse eine teilvegane Ernährung anstreben, oder klimapolitische Verbesserungen über Ihr Konsumverhalten erreichen wollen. Die Motivationen für die Entscheidung, auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten sind völlig heterogen. Gemein ist jenen derart motivierten Menschen jedoch, dass Ihr Interesse, entweder auf Ei, Milch, Honig, Fleisch und Fisch oder allen sogenannten „tierischen Nahrungsmitteln“ zu verzichten, meist auf völlige Ignoranz oder nur sehr unzureichende Beachtung trifft.
So können die meisten der vegan oder teilvegan lebenden Menschen in Städten wie Bielefeld nur an wenigen ausgewählten öffentlichen Orten zu vernünftigen Preisen essen. In der Freizeit stellt eine solche Einschränkung zwar häufig kein oder nur ein geringes Problem dar. Wo Menschen und gerade StudentInnen - aber ebenso weitere Ganztagsbeschäftigte – oft auch über den Mittag nur wenig Zeit finden, um entweder nach Hause zu fahren oder eine progressive und offene Gaststätte aufzusuchen, ist die Diskriminierung aufgrund von Essgewohnheiten nicht länger tolerabel.
Es sei nur am Rande erwähnt, dass ein großer Teil der sich vegan ernährenden Menschen dies aus ethischen Gründen tut, nebenher jedoch verpflichtet ist, eine Mensa zu subventionieren, welche nicht nur nicht benutzt werden kann, sondern auch noch dazu beiträgt, die Missstände, gegen welche jene Menschen sich zutiefst empören, mit den Subventionen jener Veganer zu fördern. StudentInnen sind also dazu gezwungen, selbst wenn sie die Ermordung von Tieren zu Nahrungszwecken als Unrecht erkannt haben, selbige zu unterstützen. Dieses Problem wäre in seiner Härte nicht gegeben, wenn jenen VeganerInnen zumindest potentiell die Möglichkeit gegeben wäre, sich ihren moralischen Vorstellungen entsprechend zu ernähren, da ihre Gebühren nicht unbedingt in den Einkauf von Tierkadavern oder weiteren Tierqualprodukten investiert würden. Eine ähnliches Problem stellt sich natürlich auch den aus gesundheitlichen Gründen vegan oder teilvegan lebenden Menschen, wobei hier zumindest nicht auch noch ein Unrecht gegen den eigenen Willen verstärkt wird.
Was jedoch noch schwerer wiegt, ist der moderne Konservativismus, welcher allerorten gepflegt oder wieder neu entdeckt wird. Dabei sollten gerade an einer Universität moderne Perspektiven, wie jene in der Esskultur nicht ausgeblendet, sondern mit offenen Augen betrachtet und mit wachem Verstand weiterentwickelt werden. Leider steht mensch an vielen Hochschulen dem Veganismus häufig viel zu ignorant gegenüber und blockiert damit eine innovative Entwicklung unserer Gesellschaft, statt sie zu fördern.
Venga Bielefeld fordert im Besonderen aus den folgenden vier Gründen ein veganes Gericht in den Mensen der Universität Bielefeld und der Fachhochschule Bielefeld:
- Mehr als fünfzehn Prozent der Deutschen sind laktoseintolerant. Betroffene VeganerInnen und sich teilvegan ernährende Menschen haben keine Möglichkeit, ihren Hunger in der Mensa zu stillen.
- Es ist angesichts der aktuellen Klimadebatte für viele Menschen nicht länger vertretbar, einen Wirtschaftszweig zu unterstützen, der wesentlich zur Erderwärmung beiträgt.
- Aus Gründen der Ethik und des Verantwortungsbewusstsein gegenüber fühlenden und leidensfähigen Lebewesen kann die Ausbeutung von Selbigen nicht mehr geduldet werden.
- Die Verschwendung von Nahrung im Ausmaß von durchschnittlich 1:10 ist auch gerade im Hinblick auf den Welthunger nicht zu rechtfertigen.
