Venga zeigt Solidarität mit den gefangenen TierrechtlerInnen in Österreich
Am Samstag fand in der Bielefelder Bahnhofsstraße eine Mahnwache für die inhaftierten TierrechtlerInnen in Österreich statt. Um über die Ereignisse in Österreich zu informieren und um Spenden zu sammeln, organisierte Venga diese Aktion und wurde dabei von einigen Helfern der TiPa (Tierrechte Paderborn) und der Tierfreunde e.V., sowie von Privatpersonen unterstützt.

Der Hintergrund der Aktion:
Am 21. Mai hat die Polizei in ganz Österreich 23 Wohnungen von TierrechtlerInnen durchsucht und Computer sowie anderes Arbeitsmaterial beschlagnahmt. Zehn „Verdächtige“ sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Der Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), mit 18.000 Mitgliedern der drittgrößte Tierrechtsverein des Landes, sitzt ebenso in Haft wie Mitarbeiter des Wiener Tierschutzvereins, der Veganen Gesellschaft Österreich und der Betreiber der deutschen Homepage tierbefreier.ev. Ihnen wird die „Bildung einer kriminellen Organisation“ vorgeworfen, obwohl sich die Beschuldigten z.T. untereinander noch nicht einmal kannten. Auch zwei Deutsche werden der Mitgliedschaft in einer "kriminellen Organisation" verdächtigt. Der Obmann des Vereins gegen Tierfabriken, DDr. Martin Balluch, befindet sich aus Protest gegen das Vorgehen von Polizei und Justiz seit dem 21. Mai im Hungerstreik und wird nun in der Justizanstalt Wien Josefstadt künstlich ernährt.
Die polizeiliche Aktion hat unter TierrechtlerInnen in Österreich und anderen Ländern für Entsetzen und Empörung gesorgt. Die TierrechtlerInnen halten das Vorgehen für willkürlich und völlig unverhältnismäßig. Es wird international diskutiert, ob die Tierrechtsbewegung kriminalisiert werden soll, weil ihre Arbeit mittlerweile vielen Wirtschaftsunternehmen wie der Pelz- und Fleischindustrie Verluste einbringt. Auch Amnesty International setzt sich für die TierrechtlerInnen ein.
Weitere Infos über die Gefangenen und das Geschehen finden Sie auf der Webseite des Vereins gegen Tierfabriken unter http://www.vgt.at/projekte/repression/history.php

„Zur Zeit ist EM. Wir schauen gespannt unseren Jungs beim Spielen zu. Darüber lesen wir in jeder Zeitung. EM in Österreich; EM in der Zeitung.“ so begann immer wieder der Redebeitrag über das Megaphon, der sehr treffend darauf aufmerksam machte, dass in Österreich nicht nur EM ist, sondern dort momentan Repression um sich greift. Außerdem wurden fleißig Flyer mit Informationen über die Ereignisse in Österreich verteilt und auch Passanten in Gesprächen informiert. Neben Spenden wurden auch Unterschriften für Briefe an die Justizministerin und den Innenminister Österreichs gesammelt. Vor allem aber die „Gefangenen“ zogen das Interesse der Passanten auf sich. Mehrere in Handschellen gelegte und mundtot gemachte Personen zogen viele Blicke auf sich und sorgten für Interesse an der Aktion.

Venga und die anderen Beteiligten bekundeten fünf Stunden lang auf diesem Wege ihre Solidarität mit den Gefangenen in Österreich und haben auf die unrechten Umstände, die dort aktuell herrschen, aufmerksam gemacht. Der Schluss der Rede traf es jedes Mal sehr deutlich: „Und niemand von uns darf heute noch wegschauen, wenn solches Unrecht geschieht. Die Zeit für Solidarität ist jetzt!“.

